Iron Fist – nicht genug Durchschlagskraft

Wisst ihr noch, als Netflix vor einer halben Ewigkeit ankündigte, dass da noch ne Serie namens Iron Fist und später dann The Defenders erscheinen soll? Tja, und nun war es soweit. Eine weitere Netflix-Marvel-Serie, nachdem bereits Daredevil, Mrs Jones und Monsieur Cage ran durften. Ich als Superhelden-Junkie durfte mir dieses Ereignis natürlich nicht entgehen lassen, obwohl ich vorher schon viel Schlechtes über Danny Rand’s Rückkehr nach New York lesen musste. Dies ist eine spoilerhaltige Review von Marvel-Maddin. Wer die Serie noch ungespoilert gucken möchte, geht jetzt nen Kaffee trinken oder die Zehennägel schneiden!

Die Story an sich ist knapp erzählt. Der vermeintlich tote Danny Rand kehrt nach 15 Jahren aus dem Exil (von Mönchen zur Iron Fist ausgebildet) zurück und steht plötzlich barfuß vor dem Geschäftsgebäude seiner väterlichen Firma. Und niemand erkennt ihn. Alle halten ihn für einen Verrückten. Blöde Sache. Doch nach und nach kann er das Vertrauen einzelner Personen gewinnen und schon nach kurzer Zeit wird klar: Der Rand-Erbe mit 51 % Firmenanteilen ist zurück und stellt eine Bedrohung für die bisherige Führungsriege dar.

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Aber gehen wir mal ans Eingemachte: Für das bisschen Story hätte man keine 13 Folgen à 50-60 Minuten gebraucht. Mensch Marvel! Bzw. Mensch Netflix. Hört doch mal auf mich und macht nur noch zehn 45 Minuten-Episoden. Wieder einmal ist der gesamte Plot wie ein Kaugummi in die Länge gezogen und man erwischt sich immer wieder dabei, dass man darüber nachdenkt, ob man eigentlich schon den Wäschetrockner angestellt hat oder Großmutters Namenstag vergessen hat. Und wenn die Serie dann schon so viel Zeit hat, hätte ich hier sehr gerne auch eine richtige Origin-Story gesehen, wie Danny Rand bei den Mönchen ausgebildet wird und kurz nach dem Absturz den Tod seiner Eltern überwindet. Aber nüscht… Ansonsten ist die Story aber zumindest so interessant gestaltet, dass ich als Zuschauer drangeblieben bin. Ich hatte zwar nicht das Bedürfnis komplett durchzubingen, aber ich war durchaus gespannt darauf, wie es weiter geht.

Zu den Rollen: Finn Jones hat seine Rolle eigentlich ganz ordentlich gespielt, stets naiv und unbeholfen agiert und sich somit authentisch als ein zurück in die Zivilisation kehrender Danny Rand präsentiert. Der heimliche Star der Serie aber ist die von Jessica Henwick dargestellte Colleen Wing, die eigentlich nur eine Nebenrolle spielt, aber so viel Screentime hat, dass sie Iron Fist fast schon die Show stiehlt. Der Twist, dass sie letztendlich zu einem liberalen Zweig der Hand gehört, ist natürlich sehr cool.

Die Meachums, bestehend aus den Geschwistern Joy und Ward, sowie ihrem totgeglaubten Psychovater Harold (grandios: David Wenham), sind Hauptakteure der riesigen Familienfehde, die in Iron Fist eigentlich DAS Hauptthema ist. Mich nervt sowas ja meistens, aber hier gab es tatsächlich auch die größte Spannung und die cleversten Twists. Wie krass war denn bitte der Teil, als Harold Meachums Leiche wieder zum Leben erwacht und danach, etwas debil, durch die Straßen New Yorks schlendert. Das hatte natürlich auch seine gewisse Komik. Und Harold Meachum ist ja wohl mal sowas von gruselig psycho, dass man zwischendurch gar nicht mehr weiß, wen er als Nächstes umbringen wird.

Letzten Endes fehlt der Serie aber, wie auch schon bei Luke Cage, ein richtig guter Antagonist à la Killgrave oder Kingpin. Das schafft auch nicht Madam Gao, die sicherlich ihre guten Momente hat, aber letztendlich nicht der übermächtige Gegner ist. Hier liegt meiner Meinung nach das Hauptproblem der Serie.

Mein Fazit:
3,5 Sterne

Iron Fist ist nichts Neues, aber auch nichts Schlechtes, kann aber Daredevil und Jessica Jones bei Weitem nicht das Wasser reichen. Richtige Marvel-Serien-Fans aber müssen die Serie natürlich gucken, damit sie auf eine hofftentlich viel bessere „The Defenders“ vorbereitet sind.

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